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Vor einigen Jahren hätte ich vermutlich geglaubt, dass erfolgreiche Unternehmer vor allem eines tun:

Mehr arbeiten.

Mehr Bücher lesen.

Mehr Strategien entwickeln.

Mehr Wissen aufbauen.

Heute glaube ich, dass das nur die erste Hälfte der Geschichte ist.

Je mehr außergewöhnliche Unternehmer, Investoren und Führungskräfte ich kennenlernen durfte, desto häufiger fiel mir etwas auf, womit ich nie gerechnet hätte.

Viele von ihnen investieren irgendwann nicht mehr primär in ihr Unternehmen.

Sie investieren in sich selbst.

Und zwar nicht nur durch Weiterbildung.

Sondern durch Dinge, die ich früher wahrscheinlich vorschnell belächelt hätte.

Meditation.

Atemtechniken.

Schlaf.

Coaching.

Journaling.

Längere Auszeiten.

Manche sogar Ayurveda oder mehrtägige Retreats.

Wenn mir das vor zehn Jahren jemand erzählt hätte, hätte ich vermutlich gedacht, dass diese Themen eher in eine ganz andere Welt gehören.

Nicht in die Welt von Unternehmern, Investoren oder Führungskräften.

Ich lag daneben.

Besonders beeindruckt hat mich dabei ein Unternehmer, den ich seit vielen Jahren beobachte.

Er hat zunächst ein erfolgreiches Unternehmen im Bereich Sporternährung aufgebaut und später ein großes Immobilienunternehmen entwickelt.

Was mich jedoch mindestens genauso beeindruckt wie sein geschäftlicher Erfolg, ist die Offenheit, mit der er über seine eigene Entwicklung spricht.

Über Panikattacken.

Über Coaches.

Über Meditation.

Über Schlaf.

Über Ayurveda.

Über Routinen.

Nicht als Lifestyle.

Nicht als Marketing.

Sondern als Werkzeuge.

Werkzeuge, um langfristig leistungsfähig zu bleiben.

Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr glaube ich, dass wir hier häufig Ursache und Wirkung verwechseln.

Vielleicht meditieren erfolgreiche Unternehmer nicht, weil sie erfolgreich sind.

Vielleicht werden manche von ihnen erfolgreicher, weil sie lernen, besser mit Stress, Unsicherheit und Emotionen umzugehen.

Diese Erkenntnis hat mich auch persönlich beschäftigt.

Ich bin analytisch geprägt.

Naturwissenschaftliches Gymnasium.

BWL.

Großkonzerne.

Strategie.

Kapitalmärkte.

Mein erster Reflex war fast immer:

Zeig mir die Daten.

Zeig mir die Evidenz.

Erklär mir den Mechanismus.

Und genau deshalb war ich vielen dieser Methoden gegenüber lange skeptisch.

Nicht ablehnend.

Aber skeptisch.

Bis ich begann, sie selbst auszuprobieren.

Ich erinnere mich an Phasen, in denen ich regelmäßig meditierte.

Oft nur zehn Minuten morgens.

Das Überraschende war nicht die Meditation selbst.

Das Überraschende war, dass ich viele Stunden später ruhiger war.

Gelassener.

Weniger reaktiv.

Nicht immer.

Aber oft genug, um den Unterschied zu bemerken.

Ähnlich ging es mir mit Atemübungen.

Und erst gestern habe ich gemeinsam mit einem Coach an einem ganz anderen Thema gearbeitet.

Nicht an meiner Strategie.

Nicht an meinem Wissen.

Sondern an meinen Emotionen.

Ausgerechnet im Trading.

Denn dort kenne ich das Phänomen nur zu gut.

Ich weiß häufig genau, was richtig wäre.

Und mache trotzdem etwas anderes.

Nicht weil mir Wissen fehlt.

Sondern weil Emotionen stärker sind.

Vielleicht liegt genau darin eine Erkenntnis, über die wir viel zu selten sprechen.

Die größten Fehler erfolgreicher Menschen entstehen irgendwann nicht mehr durch mangelndes Wissen.

Sie entstehen durch den eigenen mentalen Zustand.

Stress.

Ego.

Angst.

Ungeduld.

Überforderung.

Wenn das stimmt, dann ergibt plötzlich vieles Sinn.

Dann geht es bei Meditation, Coaching oder Atemtechniken vielleicht gar nicht um Spiritualität.

Sondern um Entscheidungsqualität.

Je mehr außergewöhnliche Menschen ich kennenlernen darf, desto seltener höre ich Sätze wie:

"Ich weiß schon alles."

Viel häufiger höre ich:

"Ich arbeite an mir."

Vielleicht ist genau das die größte Überraschung.

Nicht, dass erfolgreiche Unternehmer so viele ungewöhnliche Methoden nutzen.

Sondern dass sie offenbar verstanden haben, dass irgendwann nicht mehr ihr Unternehmen der größte Engpass ist.

Sondern sie selbst.

Alexandre Dietz

Zwischen Unternehmertum und Kapitalmärkten schreibe ich über Ambitionen, Entscheidungen und Risiken, die langfristigen Erfolg prägen.

In den letzten Jahren habe ich Unternehmen aufgebaut, übernommen und weiterentwickelt. Als Fondmanager habe ich Verantwortung für Kapitalallokation und Anlageentscheidungen aus institutioneller Perspektive getragen. Und auf Management-Board-Ebene der Deutschen Bank an Strategie- und M&A-Projekten gearbeitet.

Die interessantesten Erkenntnisse stammen dabei selten aus Lehrbüchern, sondern aus Erfahrungswerten und Entscheidungen unter Unsicherheit.

Hier teile ich Beobachtungen, Analysen und Erfahrungen aus der Praxis.

Keine Erfolgsformeln. Kein Hype. Sondern Gedanken aus dem echten Spiel.

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