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Mein letzter Tag als Geschäftsführer des Mühlentors im November 2025. Und ich sage das mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

Das lachende Auge sieht, was in den letzten 11 Monaten alles passiert ist: Die Grundlage ist gelegt. Strukturell, rechtlich, personell, baulich, finanziell. Die Richtung stimmt – auch wenn der Weg nicht einfach war.

Der Start? Keine vier Tage nach Übernahme fiel das Internet aus – weil eine alte Telekomrechnung aus der Insolvenz nicht bezahlt war. Die Gäste direkt erstmal sauer. Zu recht. Das war nun mein Problem. Willkommen im Hotelbetrieb.

Kurz danach wurde klar:
▪ PMS (Hotelsoftware) – komplett veraltet
▪ Kassensystem – aus der Zeit gefallen
▪ IT-Infrastruktur – kaum belastbar
▪ Austattung in der Küche – unvollständig
▪ Brandschutz & Bauamt – offene Themen und super wichtig
▪ Ambiente in den Nebenhäusern und Restaurant – mangelhaft
▪ Und obendrauf: dutzende Gläubiger, die glaubten, nun endlich ausgezahlt zu werden.

Auch die Planzahlen, die ich vor der Übernahme zu sehen bekam? Sagen wir: Sehr ambitioniert dargestellt und weit von der Realität entfernt.

Trotzdem: Gemeinsam mit dem Mühlentor-Team haben wir es geschafft, im Restaurant in den Sommermonaten Umsatzsteigerungen von 35–45 % gegenüber dem Vorjahr zu erzielen.

Die Zimmervermietung enttäuschte zunächst jedoch deutlich. Die Folge: Der Betrieb läuft weiterhin im Krisenmodus. Es reicht nicht, „nur“ schöner zu sein. Es muss auch rentabler werden. Umsatz hoch, Kosten runter. Die Grundlage ist geschaffen. Jetzt heißt es weiter operativ anpacken.

Und genau hier kommt Jenny ins Spiel. Jenny übernimmt offiziell die Rolle der Hotel-/Restaurantdirektorin und Geschäftsführerin.
Sie ist Gastgeberin durch und durch. Sie kennt die Branche, bringt Führungserfahrung mit, hat ein exzellentes Gespür für Personal, Speisen, Abläufe und Ambiente. Und: Sie hat Lust auf das tägliche Doing. Denn ehrlich: Ich nicht.

Ich liebe es, Projekte aufzubauen. Dinge neu zu strukturieren. Den Rahmen zu schaffen. Aber das tägliche operative Geschäft – Personaleinsatzplanung, Küchenschnittstelle, Events, Gästehandling – das ist nicht mein Spielfeld.

Was ich aus dem Mühlentor gelernt (oder bestätigt bekommen) habe:
Fokussiere dich auf deine Skills. Bringe den größten Mehrwert ein, den du leisten kannst. Und gib so früh wie möglich ab. Das ist kein Zeichen von Schwäche. Sondern die Grundlage für Größe und echtes Wachstum – gerade als Unternehmer.

Ab heute kann ich operativ wieder andere Themen fokussieren. Ideen und Baustellen gibt es genug. Ich freue mich auf die gewonnene Zeit – und auf das, was kommt.

Über das Mühlentor werde ich hier weiterhin berichten. Und gerne auch meine Learnings aus 11 Monaten Ausnahmezustand teilen.

Danke an alle, die mitgezogen haben. Danke an Jenny für den Einstieg.

Folge Deinem Herzen. Und Deinem Fokus. Alles zu machen ist kein Ziel. Wirkung zu entfalten schon.

Alexandre Dietz

Zwischen Unternehmertum und Kapitalmärkten schreibe ich über Ambitionen, Entscheidungen und Risiken, die langfristigen Erfolg prägen.

In den letzten Jahren habe ich Unternehmen aufgebaut, übernommen und weiterentwickelt. Als Fondmanager habe ich Verantwortung für Kapitalallokation und Anlageentscheidungen aus institutioneller Perspektive getragen. Und auf Management-Board-Ebene der Deutschen Bank an Strategie- und M&A-Projekten gearbeitet.

Die interessantesten Erkenntnisse stammen dabei selten aus Lehrbüchern, sondern aus Erfahrungswerten und Entscheidungen unter Unsicherheit.

Hier teile ich Beobachtungen, Analysen und Erfahrungen aus der Praxis.

Keine Erfolgsformeln. Kein Hype. Sondern Gedanken aus dem echten Spiel.

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